Offener Brief der Ehrenamtlichen zur Landesstellenplanung

Vorwort und Hintergrund

Auf dem letzten Konvent der Dekanats-Jugend (Frühjahr 2021) war ein großer Punkt des Politik-Teils die aktuell laufende Landesstellenplanung der Evangelischen Kirche. Nach vielen Diskussionen und Gesprächen mit derzeitigen Haupt- und Ehrenamtlichen, wurde ein offener Brief an die Entscheidungsträger_innen in den Kirchengemeinden und im Dekanat verfasst und am selbigen Tag noch vom Konvent beschlossen, diesen zu veröffentlichen.

Offener Brief

Junge Menschen sind nicht nur Zukunft der Kirche, sondern sie sind jetzt schon da und fester Bestandteil der Kirche. Damit junge Menschen in der Kirche einen Ort finden, an dem sie sich wohl fühlen, Gleichaltrige treffen können, sich gerne engagieren und dadurch wichtige Kompetenzen für ihr Leben erwerben sowie mit dem Glauben in Berührung kommen, brauchen sie Strukturen, die genau das fördern. Die Jugendarbeit in der Kirchengemeinde ist der optimale Ort dafür. Gute Jugendarbeit geschieht allerdings nicht von selbst, sondern braucht passende Strukturen, fähige und engagierte Haupt-und Ehrenamtlichen und Unterstützung durch die Kirchengemeinde. Damit Jugendarbeit in der Gemeinde gelingen kann sehen wir, die Vertretung der Ehrenamtlichen der Evangelischen Jugend in den Gemeinden, folgende Aspekte als essenziell an:

  1. Direkte Ansprechpersonen, die für uns und unsere Anliegen da sind, an die wir uns jederzeit wenden können und die sich um unsere Interessen kümmern und uns unterstützen

  2. (Handlungs-) Freiheit und Eigenverantwortung, damit wir eigenständig nach den Interessen und Bedürfnissen junger Menschen entscheiden und unsere Angebote gestalten können

  3. Vertrauen, Unterstützung und Rückhalt aus dem Kirchenvorstand und von den zuständigen Hauptberuflichen, damit wir als eigenverantwortliche junge Menschen wahrgenommen werden und uns gleichzeitig auf Unterstützung verlassen können, wenn wir sie brauchen

  4. Personelle Kapazitäten, damit wir bedarfsgerechte Angebote für alle Altersgruppen durchführen können, aber genauso auch altersübergreifende Aktionen der Gemeinde mitgestalten können

  5. Finanzielle Kapazitäten, am besten fest verankert im Haushalt der Kirchengemeinde, um unsere Ideen verwirklichen zu können

  6. Möglichkeiten und Räume zum Ausprobieren, um unsere eigene Persönlichkeit zu entwickeln und unseren Platz in der Gemeinde und der Gesellschaft zu finden

  7. Fehlertoleranz, wenn etwas mal nicht so läuft wie geplant, schließlich lernen auch wir durch Fehler

  8. Kompetente und engagierte Hauptberufliche, die Kontinuität in der Jugendarbeit schaffen, auch wenn engagierte Ehrenamtliche z.B.durch den Studienbeginn wegfallen, und die Jugendlichen in ihren Ideen unterstützen, in der Jugendarbeit begleiten und für ihre Interessen einstehen

  9. Bessere Möglichkeiten, uns über Gemeindegrenzen hinweg zu vernetzen, damit Jugendarbeit möglich werden kann, wo in der Einzelgemeinde nicht die nötigen Ressourcen, Infrastruktur oder Teilnehmerzahlen verfügbar sind.

Wir nehmen wahr, dass es in vielen Gemeinden schon förderliche Strukturen für Jugendarbeit gibt, sehen aber diesbezüglich auch Defizite in einigen Gemeinden. Weil die beschriebenen Strukturen viel zum Gelingen von Jugendarbeit beitragen, möchten wir alle Gemeinden ermutigen, ihre Strukturen stetig zu überprüfen und im Sinne der Jugendarbeit zu verbessern. Besonders wichtig erscheinen uns hierbei hauptberufliche Jugendreferent_innen, da diese maßgeblich die Vielfalt von Angeboten und ehrenamtliches Engagement fördern.

Deswegen bitten wir alle Entscheidungsträger_innen in den Kirchengemeinden und im Dekanat, bei ihren Überlegungen zur Landesstellenplanung auf die Interessen der jungen Menschen einzugehen und diese in den Entscheidungen schwerpunktmäßig zu berücksichtigen. Dafür bietet es sich an, die Jugendlichen der eigenen Gemeinde zu einem Gespräch einzuladen.

Was hat dich in die Evangelische Jugend bewegt?

Wir laden alle Jugendlichen und Mitarbeitenden der EJ dazu ein, unten in der Kommentar-Funktion ihre Erfahrungen in der Evangelischen Jugend zu teilen.

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