Ej besucht Diakonie: ein Nachmittag im Sozialkaufhaus

Am 07.06.13 startete unsere Besichtigungstour des Diakonie-Sozialkaufhauses, doch anfangs nicht sofort im Sozialkaufhaus, sondern in der Bahnhofsmission am Hauptbahnhof in Aschaffenburg. Die Bahnhofmission gehört nämlich unter anderem zur Diakonie, der Caritas und der evangelischen und katholischen Kirche. Dort arbeiten mehrere ehrenamtliche Mitarbeiter, die um das Wohl der Menschen und vor allem Reisenden bemüht sind. Hautsächlich hilft die Bahnhofsmission Blinden, Behinderten oder Müttern mit Kindern und viel Gepäck beim Umsteigen und Finden des richtigen Zuges und Gleises. Auch haben sie immer ein offenes Ohr und helfen den Menschen, die sich ihnen anvertrauen, so gut es geht bei ihren Problemen. Dort bekommen die Leute auch eine Tasse Kaffee und ein Brot, um sich zu stärken.


Das ganze „Projekt“ wird durch Spenden finanziert und auch für ihre Räume (Im Bereich von Gleis 1+2) müssen sie keine Miete an die Bahn bezahlen.

 

Auf dem Weg zu einem der Übernachtungshäuser in Aschaffenburg zeigt uns Wolfgang Grose (Leiter des Diakonie Sozialkaufhauses) den „Kronkorkenbaum“, dies ist ein beliebter Treffpunkt der Obdachlosen, gegenüber dem Bahnhof um gemeinsam zu reden und Bier zu trinken.

Das Übernachtungshaus nahe dem Kaufhaus wird zurzeit von ca. 10-15 Menschen bewohnt, allerdings nur für die Nacht. Am Morgen müssen alle wieder gehen und können erst am Abend wieder kommen.

Der erste Stock ist extra nur für Frauen, doch auch Durchreisende können im Erdgeschoss ein Bett für die Nacht bekommen. Wolfgang Grose erzählt uns: „In Aschaffenburg sind uns ca. 300 Menschen bekannt, die wohnungslos sind. Doch es sind bei weitem mehr, denn viele trauen sich nicht, Hilfe anzunehmen, oder sie können den strengen Auflagen der Übernachtungshäusern nicht gerecht werden.“

Unsere letzte Anlaufstelle war dann aber natürlich das Diakonie-Sozialkaufhaus in der Kolpingstraße 7, nahe des Bahnhofes. In dem Haus ist nicht nur das Kaufhaus daheim, sondern auch die Lebensmittelausgabe der Organisation Grenzenlos hat im Erdgeschoss ihren Platz gefunden.

Als erstes sahen wir uns das Lager an. Dort werden die Spenden aus Privathaushalten und Unternehmen sortiert. Kleidung die nicht mehr zu gebrauchen ist, wird an eine andere Firma weitergegeben, die daraus Dämmstoff und Baumaterialien herstellt. Die Kleidung die noch zu gebrauchen ist, wird nochmals in Erwachsene und Kinder sortiert. Die Kleidung die in der aktuellen Jahreszeit nicht zu gebrauchen ist, wird eingelagert. Alles Brauchbare wird direkt ins Sozialkaufhaus weitergegeben, seit 1 ½ Jahren gibt es neben der Erwachsenenabteilung auch eine Abteilung für Kinder.

 

Dort wird die Kleidung dann weiterverkauft z.B. eine Hose für 3 €. Menschen die gar kein Geld haben, bekommen die Kleidung auch umsonst.

Wolfgang Grose sagt jedoch: „Es reicht nicht wenn wir den Menschen nur eine Hose geben. Aus dieser Hose muss eine Beratung werden, ein Arbeitsplatz entstehen und die Menschen können im Café neue Leute kennen lernen.“

Auch ist die Diakonie ein Beschäftigungsbetrieb. Hauptsächlich werden Leute beschäftigt die lange in der Arbeitslosigkeit festhingen. Diese müssen wieder lernen ihr Leben zu strukturieren und sind dankbar um die Beschäftigung und einen festen „Anker“ in ihrem Leben.

Wir danken Wolfgang Grose an dieser Stelle für die tolle Führung und die Zeit, die er sich genommen hat, um uns alle Fragen zu beantworten. Am Ende übergab der LK Wolfgang Grose außerdem Spenden, die in den Wochen zuvor vom LK im JuZ gesammelt wurden.

 

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